Dass man mit dem Kauf von No-Name-Produkten sparen kann, ist nicht neu. Aldi und Lidl werben seit Jahren damit. Dass sich hinter den unscheinbaren Verpackungen jedoch tatsächlich fast immer hochwertige Markenprodukte verstecken dürfte überraschen.
Haben Sie sich auch schon oft hat gefragt wie groß der Unterschied zwischen Billigprodukt und Marke wirklich ist? Wenn der eingelegte Fisch aus dem Aldi genauso schmeckt, wie der teurere von der Marke x, kann dann ein Rezeptur- oder Qualitätsunterschied bestehen?
Journalistin Martina Schneider ist diesen Vermutungen nachgegangen, und hat es nun offiziell für den Verbraucher bestätigt: Hinter vielen günstigen Discounterprodukten verbergen sich große und namhafte Hersteller.
Lebensmittel hinter Eigenmarken wie Ja! (Rewe) oder Gut und günstig (Edeka) stehen ihren bunten und auffälligen Nachbarn in nichts nach.
Wie kommt es dazu?
© Peter von Bechen/pixelio.de
Supermärkte wollen ungebunden sein, ihre eigenen Geschäfte machen, und nicht nur als Vertriebsstätte für große Firmen agieren. Weil die Lebensmittelketten im direkten Kontakt mit dem Endverbraucher stehen, haben sie die Macht zu entscheiden, womit sie ihre Regale füllen.
Die verschiedenen Discounter und Märkte führen im Kampf um eben diesen Kunden eine ewige Preisschlacht. Wer die größte Vielfalt und das günstigste Produkt anbietet, gewinnt.
Sie schließen Verträge mit den Lebensmittelfirmen, und lassen sich ihre eigenen Artikel günstig herstellen. Im Gegensatz zu den Markenprodukten fallen hierbei größere Marketingausgaben wie TV-Werbung weg, und müssen nicht auf dem Endpreis aufgeschlagen werden.
Da die Produkte in einer neutralen Verpackung auftreten, hat der Supermarkt jederzeit die Möglichkeit zu einem günstigen Hersteller zu wechseln, ohne dass der Kunde etwas davon mitbekommt. Die Herstellerfirmen sind aber auf die Produktion von No-Name-Artikeln angewiesen sind, um ihre namhaften Marken weiterhin pflegen zu können. Sie lassen sich von den Märkten daher die Preise diktieren.
Kann die Qualität dennoch gewährleistet werden?
Über Qualitätseinbußen muss man sich laut Schneider keine Sorgen machen. Die Hersteller müssen auch hier gesetzliche Vorschriften einhalten, und werden darüber hinaus sogar doppelt kontrolliert. Auch die jeweiligen Abnehmer, also die Lebensmittelketten, fordern diverse Auflagen.
Stiftung Warentest hat schon oft aufgezeigt, dass die Billigprodukte in den Tests selten schlechter, oft sogar besser abschneiden.
Allerdings müssen die Produkte dennoch nicht identisch schmecken. Bei einigen Lebensmitteln wird die Rezeptur leicht verändert, um etwas Variation in das Angebot zu bringen, oder vielleicht auch, um es nicht allzu offensichtlich zu machen.
Wer beispielsweise ein absoluter Fan von der Prinzenrolle ist, kann von einem Billigpendant durchaus enttäuscht werden.
Bei den meisten Lebensmittel, insbesondere bei Toast, Tiefkühlbrötchen, Fischstäbchen, Brotaufstriche und Salate, Tütensuppen, Ketchup- und Marinaden dürfte es aber kaum Unterschiede geben.
Auch Marken verwenden Konservierungsstoffe und künstlich hergestellte Aromen. Man kauft also nicht gesünder ein, indem man mehr Geld ausgibt – es sei denn, man entscheidet sich für Bioqualität.
Wie erkenne ich Markenprodukte?
In vielen Fällen sind Verpackungen oder Produktnamen ähnlich. Bei Aldi gibt es zum Beispiel die Fruchtjuniors, die ähnlich aussehen und heißen wie die Fruchtzwerge aus dem Hause Danone. Ein Blick auf die Nährwertangaben zeigt, dass es sich um den identischen Fruchtquark handelt.
Fleisch- und Milchprodukte sind mit einer sogenannten Kontrollnummer ausgezeichnet. Diese kann man online beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vergleichen, und die produzierende Firma ausfindig machen.
Auch ein Blick auf den Produktionsort kann Aufschluss geben.
Martina Schneider hat kürzlich das Buch Welche Marke steckt dahinter herausgebracht. Darin hat sie 160 Produkte aufgelistet, ihre Hersteller aufgelistet und eine prozentuale Preisdifferenz angegeben.
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