Marktpsychologie und Konsumfallen

Im letzten Artikel habe ich darüber gesprochen, dass die Fähigkeit das Geld an sich zu halten, effektiv zu sparen, die wichtigste Grundlage ist, um Geldmanagement betreiben zu können. Wie aber schaffen wir es den Versuchungen im Alltag aus dem Weg zu gehen?
Viele haben das Ziel Geld zu sparen und auf unnötige Dinge zu verzichten. Doch die Grenze zwischen dem, was wir wirklich brauchen und was unnötiger Luxus ist, verschwimmt schnell.
Gehören Sie auch zu den Menschen, die sich einen Einkaufszettel schreiben, letztendlich aber viel mehr kaufen, als wirklich drauf stand? Haben auch Sie schon oft zugegriffen, wenn etwas als Sonderangebot ausgeschrieben worden ist und erst später gemerkt, dass sie das Produkt vielleicht nicht unbedingt gebraucht haben?

gratisMarktpsychologen und Konsumforscher beschäftigen sich mit der Wissenschaft des Erlebens und Verhaltens von Konsumenten. Sie beobachten Laufwege der Menschen im Supermarkt, analysieren in welcher Regalhöhe man nach Produkten sucht, wie sich bestimmte Zielgruppen verhalten und welche Aufsteller verlocken.
Sie wissen wie und vor allem worauf der Mensch reagiert und denken sich interessante Werbeangebote aus.
Kennt man die Ergebnisse der Forscher, kennt man auch die Marketingtricks mit denen man Konsumenten verleiten will. Die folgenden vier Tipps helfen Ihnen den Fallen aus dem Weg zu gehen:

1.) Gratis, billiger, Sonderangebot

Wenn Menschen das Wort „gratis“ oder „umsonst“ wittern, sind sie kaum noch in der Lage rational zu denken. Viele Forschungsergebnisse bestätigen das. Um aber trotzdem Gewinne erzielen zu können, erhöht man die Preise von Produkten und bietet bei Kauf eines Artikels den zweiten umsonst an. Ein Beispiel: Ein Autohändler ist zu Zeiten der Finanzkrise seine Luxuskarosserien nicht losgeworden. Selbst zum halben Preis konnte er die Leute nicht locken. Sobald er das Angebot aber in: „Zahle einen und erhalte einen zweiten Wagen umsonst“ umformulierte, haben die Kunden reagiert.
Seien Sie skeptisch, wenn Sie das Wort „gratis“ lesen. Niemand schenkt Ihnen was; man möchte sie nur zum Geld ausgeben verleiten.

2.) Günstig steht unten

Im Supermarkt wird es in aller Regel so sein, dass sie eine Auswahl zwischen Marken- und No Name-Produkten haben. Das Hauptaugenmerk allgemeiner Konsumenten liegt aber auf Augenhöhe, wo die teureren Artikel stehen. Einen Schritt zurückgehen und nach unten schauen lohnt sich oft.

3.) Ratenkredite

Nehmen sie Abstand von Ratenkrediten oder von „Kaufen Sie heute, zahlen Sie morgen“-Angeboten! Was bei einem Haus und langfristigen Investments funktioniert, wird bei kurzfristigen Wünschen, wie technischen Geräten, Urlaub oder Einrichtungsgegenstände schnell verheerend. Man gewöhnt sich an die Produkte und empfindet sie oftmals schon als selbstverständlich. Leicht vergisst oder unterschätzt man die Belastung von Raten, die später auf einen zukommen.
Geben Sie nur das Geld aus, welches Sie besitzen, sofern es um Prestige- und Spaßartikel geht.

4.) Gefühlskalt

Um rational und vernünftig einzukaufen, müssen sie sich immer in einem kalten, sprich emotionslosen Zustand befinden. Werbung suggeriert Ihnen, dass sie eine bessere Mutter sind, wenn sie Ihrer Familie Toffifee kaufen, dass Ihre Waschmaschine kaputt geht, wenn sie nicht Calgonit benutzen und dass sie abnehmen, wenn Sie auf Light-Produkte zurückgreifen. Glauben Sie nicht daran! Setzen Sie sich in Ruhe zuhause hin, überdenken Ihre wahren Bedürfnisse und schreiben eine Einkaufsliste. Lassen Sie sich nicht von Werbebannern und Aufstellern verleiten, sondern halten Sie sich so genau wie möglich an Ihre Punkte.
Haben Sie Interesse an einem Artikel, der nicht in Ihrer Liste steht, schreiben Sie dessen Namen auf Ihren Zettel und überlegen sich erst zuhause, ob dieser nötig ist bzw. unbedingt gewünscht wird.

Ähnliche Themen:

  1. Rabatte und Gutscheine – wie viel kann man sparen? Gibt man bei google den Begriff „Gutschein“ ein, wird eine...
  2. Das Geld liegt nicht auf der Straße, sondern im Netz Das Internet ist aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken; fast...
  3. Sparen für ein erfolgreiches Geldmanagement Haben Sie sich auch schon oft gefragt, warum es manche...

{ 1 trackback }

Günstig kochen – Das Hartz IV-Kochbuch
November 11, 2009 um 8:25 pm

{ 1 comment… read it below or add one }

Erich Juli 1, 2009 um 4:54 pm

Beim Kauf vo Lebensmittel gibt es die alte Weisheit, nicht ungesättigt loszuziehen, da die Anfälligkeit für Angebote im Sinne von Lust noch weiter erhöht ist.

Generell sollte man sowieso paranoid und misstrauschich gegenüber dem Supermarkt und den Herstellern sein; die berechnende Anordnung in teuer-billig Hierarchie spricht hierbei für sich. So ist handelt es sich oft bei Discountware um ein identisches, anders verpacktes und teurer Verkauftes Markenprodukt Der Durchschnitt unserer Bevölkerung hat im Zuge des kapitalistischen Wirtschaftswachstums einen Besitzstand erreicht, bei welchem sämtliche materiellen Bedürfnisse des Menschen befiredigt werden. Da es aber im Interesse der Wirtschaft liegt, das Wachstum aufrechtzuerhalten und gar zu steigern, müssen künstlich Bedürnisse beim Verbraucher geschaffen werden.

Das, was wir inder Werbung heute erleben, ist keine simple Reklame mehr, sondern Gehirnwäsche für den rein raffgierigen Zweck.

Leave a Comment

Previous post: Sparen für ein erfolgreiches Geldmanagement

Next post: Kostenfalle Abwrackprämie