Jeder und jede in Deutschland Versicherte ist dazu verpflichtet, Sozialversicherungen abzuschließen. Dazu zählen neben der Kranken-, Unfall-, Renten und Arbeitslosenversicherung auf eine Pflegeversicherung, die sowohl gesetzlich wie privat sein kann. Beide Pflegeversicherungen bieten einen Basisschutz, der jedoch eine ausreichende medizinischen Versorgung im Alter nicht bietet. Bereits heute reichen die Zuschüsse der gesetzlichen Pflegeversicherung zu Heimplätzen bei Weitem nicht aus.
Im Normalfall hat jeder Versicherte Anspruch auf bis zu circa 1400 Euro, in Härtefällen gibt es fast 500 Euro im Monat mehr. Heimplätze jedoch können bis zu 3500 Euro im Monat kosten. Für die Wahl der individuellen Vorsorge ist deswegen wichtig, besonders auf die Wahl der Pflegeversicherung zu achten. Private Pflegezusatzversicherungen leisten die finanzielle Sicherheit, die gesetzliche nicht bieten können. Frühzeitig getroffene Vorsorge nimmt die finanzielle Last der medizinischen Versorgung von den Schultern des alternden Menschen und seiner Familie.
Heute bieten viele Krankenkassen wie Versicherungsgesellschaften private Pflegezusatzversicherungen für gesetzlich Versicherte an. Es gibt drei Abschlussarten, die angeboten werden. Die Pflegerentenversicherung ist eine Lebensversicherung, die bei Eintreten des Pflegefalls eine monatliche Rente zahlt. Die Pflegekostenversicherung hingegen übernimmt Kosten, die die normale Pflegeversicherung nicht zahlt, ganz oder teilweise. Die Pflegetagegeldversicherung schließlich zahlt für jeden Tag, den ein Mensch in Pflege verbringt, einen vorher festgelegten Betrag.
Unsere Gesellschaft wird immer älter. Über 2 Millionen Menschen sind bereits heute als Pflegefälle eingestuft und auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Bis 2030 werden über 3 Millionen Menschen pflegebedürftig sein. Gerade Frauen sind betroffen, sie gelten durch ihre höhere Lebenserwartung als doppelt so häufig pflegebedürftig. Schon heute sind fast 40 Prozent aller Pflegefälle auch Sozialhilfefälle. Schon in jungen Jahren sollte deswegen über eine Pflegezusatzversicherung nachgedacht werden. Menschen im Rentenalter werden oft gar nicht mehr in eine Pflegezusatzversicherung aufgenommen; wenn doch, müssen sie z.B. mit Kosten von monatlich bis zu 150 Euro für eine Pflegetagegeldpolice rechnen. Versicherte mitte Vierzig hingegen zahlen im Monat als Mann um die 20 als Frau um die 30 Euro. Darüber hinaus gilt zu beachten, dass Pflege immer teurer wird und in einigen Jahrzehnten heutige Kosten höchstwahrscheinlich bei Weitem übersteigen wird. Mit Rücksicht auf das individuelle Einkommen kann eine Pflegezusatzversicherung bereits ab wenigen Euro im Monat abgeschlossen werden.
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