ETF-Sparplan: Vor- und Nachteile im Vergleich

Mittels ETF-Sparplan lassen sich monatlich immer zu einem bestimmten Stichtag Anteile an einem Indexfonds wie z.B. MSCI World, Euro Stoxx 50 oder DAX erwerben. Für welchen Typ Sparer ein solcher Sparplan sinnvoll ist und wie dieser im Vergleich zur (größeren) Einmalanlage abschneidet, beantwortet der folgende Artikel:



Fondsanteile für wenig Geld

ETF-Sparpläne sind bei vielen Banken/Online-Brokern bereits für wenig Geld erhältlich. Die monatlichen Mindessparsummen belaufen sich auf ca. 25 bis 50 Euro. Solche Sparpläne sind auch für Kleinanleger erschwinglich/empfehlenswert und eignen sich beispielsweise zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge. Zudem sind Sparpläne sehr flexibel und lassen sich jederzeit pausieren oder auflösen.

Kostenvergleich: Sparplan vs. Einmalanlage

Die Alternative zum Sparplan ist die Einmalanlage mit einer größeren Summe. Die Standard-Konditionen für den Kauf von ETFs belaufen sich bei vielen Online-Brokern auf 0,25% Aufschlag vom Kurswert. Der Wettbewerb ist aber hoch und häufig findet man auch „Aktions-ETFs“, welche komplett kostenlos/ ohne Ausgabeaufschlag angeboten werden. Bei einem Sparplan sollte man mit Gebühren von mindestens 1,5% pro Sparrate rechnen, aber auch hier gibt es immer wieder Aktionen, bei denen die Broker auf die Ordergebühr verzichten.

Einmalanlage Sparplan
Verwaltungsgebühren (jährlich) 0,2% – 0,5% jährlich 0,2% – 0,5% jährlich
Anschaffungskosten (Aufschlag) 0,25% 1,5% pro Sparrate

Es lohnt sich vor dem Kauf die Konditionen der verschiedenen Banken zu vergleichen (z.B. comdirect, dkb, ING-Diba, flatex etc..). Direktbanken sind aber in der Regel günstiger als Filialbanken wie Sparkasse und Co..
Sofern man bereits ein Depot besitzt, die Gebühren beim Sparplan aber unverhältnismäßig hoch ausfallen, kann man entweder zu einem günstigeren Anbieter wechseln, der den entsprechenden ETF kostenlos anbietet, oder für einige Monate Geld ansparen (die meisten Broker bieten auch ein kostenloses Verrechnungskonto) und dann per Einmalanlage mehr Fondsanteile erwerben.

Beispiel Gebühren bei Einmalanlage
(0,25% / mindestens 9,99)
Gebühren bei Sparplan
(ab 1,5%)
250 Euro 9,99 Euro 3,75 Euro
500 Euro 9,99 Euro 7,50 Euro
1.000 Euro 9,99 Euro 15 Euro

Mehr Fondsanteile dank Durchschnittskosteneffekt?

In der Werbung liest man im Zusammenhang mit Sparplänen häufig vom vorteilhaften „Durchschnittskosteneffekt“ (Cost-Average-Effekt). Das dahinterstehende Prinzip ist denkbar einfach: Wer regelmäßig Fondsanteile kauft, kauft mal bei fallenden Kursen (und erhält dann mehr Fondsanteile) und mal bei steigenden Kursen (erhält dann weniger Anteile). Man kauft die Fondsanteile dann zu einem „durchschnittlichen Preis“ und verhindert, dass man zu einem völlig falschen Zeitpunkt mit einer Einmalanlage einsteigt (z.B. Direkt nach dem Kauf einer größeren Einmaleinlage stürzen die Börsenkurse um 30% ab). Das klingt zwar plausibel und zu Beginn lässt sich dadurch tatsächlich das Risiko senken. Allerdings weiß niemand, wie sich die Kurse entwickeln. Wenn sich eine Anlage im Durchschnitt positiv entwickelt, dann wäre die Einmaleinlage zu Beginn die bessere Wahl.

Wer auf den Durchschnittskosteneffekt setzt, verzichtet zudem auf einen Teil der Rendite. Indexfonds / ETFs werden gerne von langfristigen Anlegern gekauft (mit einer Laufzeit von 10-20 Jahren / bis zur Rente). Nehmen wir eine durchschnittliche Rendite von 6% jährlich. Mit der Einmalanlage ist man die ganze Zeit „voll investiert“ und kann jährlich höhere Renditen einfahren, während man mit dem Sparplan zu Beginn nur einen Bruchteil des Geldes investiert hat und entsprechend auch nur einen Bruchteil der Rendite erwirtschaften kann.

Fazit

Mit etwas Spardisziplin lässt sich mit einem ETF-Sparplan ein Vermögensgrundstock aufbauen. Auch für Anleger, die das Risiko einer Einmalanlage scheuen (bzw. nicht über die Mittel verfügen), ist ein Sparplan gut geeignet.




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