Pfandhäuser – und wann sie sich lohnen

Es ist ein Armutszeugnis ein Pfandhaus aufzusuchen. Zumindest, wenn es nach der Meinung der Allgemeinheit geht. Als der letzte Ausweg wird der Gang beschrieben, beschämend und deprimierend.
Die Pfandhäuser selber sehen sich aber nicht als Endstation für die Armen der Ärmsten, sondern vielmehr als Bank. Mitarbeiter verraten, dass es hauptsächlich Menschen in der Mittelschicht sind, die ihren Besitz kurzfristig verpfänden

Die Vorteile

Ein Pfandkredit steht jedem offen, der pfändbare Gegenstände besitzt. Ein regelmäßiges Einkommen ist genauso wenig Voraussetzung, wie eine positive SCHUFA-Auskunft oder ein Bürge.
Es gibt keine langen Wartezeiten, man kommt relativ unbürokratisch zur gewünschten Geldsumme und es besteht keine Gefahr der Überschuldung.

Es muss nicht der letzte Ausweg sein, der Menschen zum Pfandhaus treibt. Es können kurzfristige Liquiditätsprobleme sein, etwa eine teure Autoreparatur oder größere Weihnachtsgeschenke.
Langfristig ist es sicherlich nicht erstrebenswert sein Einkommen Monat für Monat mit vollen Händen rauszuwerfen und damit in Engpässen zu geraten. Ist es jedoch passiert, sind Pfandkredite risikolose Alternativen zu Kleinkrediten.
Vielleicht wird einem erst zu spät bewusst, dass der teure Fernseher noch einige Monate hätte warten können, und man lieber eine Last-Minute-Reise buchen wollte.
Das Gerät kann man verwahren lassen, man bekommt seinen Urlaub, und kann es dann relativ preisgünstig wieder auslösen.

Auch bei überschuldeten Haushalten kann das Pfandhaus nützlich werden, insbesondere dann, wenn man sich durch Katalogbestellungen, Ratenkrediten für Autos und teure technische Geräten in die roten Zahlen gewirtschaftet hat.
Mit der Verwahrung der zuvor gekauften Artikel kann man sich nötiges Geld verschaffen, um die dringendsten Gläubiger zu bedienen, und bekommt somit wertvolle Zeit, um einen genauen Überblick über die eigene Finanzsituation erstellen und entsprechend reagieren zu können. Zeit, die einem am Ende vielleicht den Gerichtsvollzieher und Zwangsverpfändung erspart.
Aber Achtung: bei hohen Schuldenbeträgen sollte man vielleicht überlegen sich von Wertgegenständen dauerhaft zu trennen. Diese können dann im Second-Hand-Shop oder bei Ebay womöglich zu deutlich besseren Renditen vertrieben werden.

Der Ablauf

Besonders gut verpfänden lassen sich Autos, Gold- und Silberschmuck, wertvolles Porzellan und neue, beliebte technische Geräte, wie Laptops, Digitalkameras und MP3-Player. Die Auszahlungshöhe liegt immer im Ermessen des jeweiligen Pfandhauses. Bis zu 80% des entsprechenden Warenwerts sind drin; hier lohnt sich die Einholung verschiedener Angebote.
Für den Kredit, der normaler Weise für drei Monate gilt, fallen monatlich ein staatlich festgesetzter Zins von 1% und eine Bearbeitungsgebühr zwischen 1,5 und 2% an.
Nach Zahlung dieser anfallenden Kosten kann man ihn beliebig oft verlängern. Wirklich empfehlenswert ist das jedoch nicht, da das Darlehen in Relation zu anderen Krediten nach wenigen Monaten sehr teuer werden kann.

Fazit

Ein Pfandkredit bringt viele Vorteile, wenn man kurzfristige Liquiditätsprobleme überbrücken will, ohne sich zu verschulden, ist aber ungeeignet, um größere Investitionen zu tätigen.
Langfristig solle man sein Finanzmanagement überdenken. Anregen dazu findet man hier und hier.




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